Ernährung 

Um spezifischer auf die Ernährung eingehen zu können, werde ich zu Beginn erstmal ein paar Begriffe und Zusammenhänge erklären, um Unklarheiten und Missverständnisse zu vermeiden.

Übersäuerung

,,Unser Körper braucht Säuren und Basen“. Damit unser Körper gut funktionieren kann, ist das Zusammenspiel sowie das Verhältnis zwischen Säuren und Basen, kurz der Säure-Basen-Haushalt, enorm wichtig. Der Säure-Basen Haushalt steuert alle Stoffwechselprozesse im menschlichen Körper. Ist dieses Gleichgewicht gestört, führt es zu Störungen der Atmung, Durchblutung, Hormonausschüttung, Immunabwehr und Verdauung. 

Der pH-Wert sagt aus, ob es sich um eine Säure oder eine Base handelt. Am Neutralpunkt pH7 sind die Säuren und Basen im Gleichgewicht. Anders formuliert, die Säuren sind von den Basen vollständig neutralisiert. Die moderne Medizin behauptet jedoch immer wieder, dass der menschliche Körper nicht übersäuern kann, da der Körper eine Übersäuerung nicht überleben würde. Wie kommt es also zu diesen verschiedenen Behauptungen? 

Wenn Naturärzte oder Fachzeitungen von Übersäuerung sprechen, ist nur die Übersäuerung des Bindegewebes gemeint und nicht die des Blutes. Bei einer Übersäuerung (Azidose) des Blutes, die sich z.B. durch Nierenversagen innerhalb weniger Stunden bilden kann, besteht akute Lebensgefahr. Diese führt dann bei nicht schnellstmöglicher Behandlung zum Tode. Somit ist eine chronische Übersäuerung des Blutes nicht möglich. 

 

Was ist jetzt das Problem? 

Führt man dem Körper nun über die Nahrung mehr Säuren als Basen zu, werden alle überschüssigen Säuren, die von freien Basen nicht sofort neutralisiert werden können, ins Bindegewebe zwischengelagert, damit der pH-Wert des Blutes konstant bleibt. Im Bindegewebe werden die Basen dann von Kollagenfasern neutralisiert. Hierbei handelt es sich jedoch nur um eine vorübergehende Lösung für den Körper, bis dieser wieder genug Basen hat, um die zwischengelagerten Säuren neutralisieren zu können. Durch unsere überschüssige, einseitige, hauptsächlich säurehaltige Ernährung (z.B. Getreide, Fleisch) muss unser Bindegewebe immer mehr Säuren zwischenlagern, ohne dass sie wieder von freien Basen neutralisiert werden. Dabei kommt es unter anderem zur Verdichtung und Elastizitätsverlust des gesamten Bindegewebes, beziehungsweise zu einer Verfilzung oder Verklebung der Faszie. Um es nicht zu verkomplizieren, gehen wir davon aus, dass das Bindegewebe mit dem Begriff Faszie gleichzusetzen ist, da nur kleine Unterschiede in der Definition zu finden sind.

 

In Ländern wie Deutschland begünstigen insbesondere der erhöhte Konsum von Alkohol, das Rauchen von Zigaretten, der Kaffeekonsum, tierische Eiweiße sowie der Verzehr von Milchprodukten die Übersäuerung der Menschen.

 

Welche Rolle spielt die Faszie beim Schmerzempfinden?

Man kann sich die Faszie als ein dreidimensionales spinnenartiges Netz vorstellen, welches den gesamten Körper durchzieht. Somit geht man davon aus, dass alle Faszienfäden miteinander vernetzt sind. Dadurch verbinden sie sogar Organe und Gewebe miteinander und umhüllen Blutgefäße, Nerven und Drüsen. Darüber hinaus sorgen sie für die Aufhängung und haben eine Schutzfunktion für die inneren Organe, um die von außen einwirkenden Stöße abfedern zu können. Die Faszien umhüllen auch Muskeln, Knochen, Gelenke. Sie können sowohl Muskeln bei ihrer Kontraktion unterstützen sowie eng aneinander liegende Muskeln trennen, so dass sie sie nicht in ihrer Funktion stören. Je nach Ort sind die Faszien unterschiedlich stark elastisch, wodurch sie sich in ihrer Funktion unterscheiden können.  

Der Körper versucht zuerst den Schaden mit einem Entzündungsprozess zu reparieren. Dabei verwächst das Bindegewebe mit den umliegenden Strukturen (z.B. Sehnen, Nerven, Gefäßen etc.). Die Faszien gleiten dadurch bei Bewegungen nicht mehr gut und es entsteht eine Zugwirkung. Der Körper warnt sich selbst vor diesen Bewegungen und reagiert mit einem ,,Alarmschmerz“. Bei länger anhaltenden Schäden kann die Faszie bis in die glatten Muskelfasern verwachsen, welches den Schmerz bei Bewegungen noch mehr verstärkt.